Leonardos Fahrrad? jörns notizen

17.
Oktober
2015

Back to the Roots...

Das macht mir Spaß, wenn unerwartet noch jemand denkt und dabei natürlich zu dem Schluss kommt, dass man besser nicht ohne Not Grundverständnisse ausschließlich in fremde Hände oder gar Technik legen sollte: US-Navy unterrichtet wieder am Sextanten.

Aber Hoffnung ist unbegründet. Da wird die Abschaffung gebundener Schreibschrift diskutiert – wozu auch, gibt doch eh überall Tastaturen, seid doch froh, wenn die Kids noch buchstabieren können – und, bitte, wer liest denn heute noch? Der Rechenschieber wich dem Taschenrechner, aber selbst der ist schon passé; die elektronischen Warenkörbe summierens ja automatisch, was wir da so hineinsammeln. Was war ich fasziniert, als ich dank Rechenschieber den Logarithmus begriff, der ich stupide Addierübungen längst mittels zweier Lineale automatisiert hatte. Aber Rechnen heißt in der Schule schon sehr lange beschönigend Mathematik. Naja. Programmierer nennt sich heute jeder, der aus irgendwelchen Frameworks ein paar Effekte zusammenklicken kann – Bits und Bytes, Speicheradressen und Boolesche Logik sind nur noch Rauschen aus ferner Zeit. Ganz zu schweigen von solchen Fähigkeiten, ein Feuer zu machen, zu wissen, wann die Kartoffeln in die Erde kommen, und wie man ein Rindvieh hegt und schlachtet. Knips der heutigen Zeit den Strom aus, und es ist alles am Ende.

17. Oktober 2015, 19:22

06.
Oktober
2015

So langsam beginnt EU Spaß zu machen...

Die Aussortierer krummer Gurken lassen mich hoffen. Sollte da doch noch ein Funken gesunden Menschenverstandes glimmen? Max Schrems sei dank

6. Oktober 2015, 21:32

31.
Juli
2015

Wer ist hier der Landesverräter?

Gegen Markus Beckedahl und Andre Meister von netzpolitik.org wird wegen Landesverrat ermittelt, durch jenen Generalbundesanwalt Range, der sich in Sachen NSA jeder Ermittlung verweigerte. Aber die auslösende Anzeige kam ja auch vom eigenen Verfassungsschutz, da muss man nicht lange gegenrecherchieren oder gar nachdenken.

Die Wogen schlagen hoch, immerhin, das lässt mir noch einen Rest an Hoffnung. Aber bislang ist es neben den von mir hochgeachteten üblichen Verdächtigen nur ein Teil der Presse. Das Volk bleibt stumm. Wieviel muss denn noch passieren, bis Menschen begreifen, dass sich die vielversprechende, wenngleich nur zart demokratische europäische Pflanze gerade selbst demontiert? Und was passiert mit uns, wenn sie es begreifen, dass hier zwei große Volksparteien sich zumindest auf dem Weg in die Unwählbarkeit befinden?

Lesen!

  • Da netzpolitik.org zur Zeit eher überlastet ist, verständ­licherweise: landesverrat.org spiegelt bzw. verlinkt die wesentlichsten Artikel (Dank webarchive.org).
  • Don Alphonso macht in seinem FAZ-Blog sehr nachvollziehbar, was diese Situation mit Blick auf die Vorratsdatenspeicherung bedeutet – für alle, die diese noch immer nicht als Problem verstehen können.
  • Wer immer wieder über das Stichwort Spiegel-Affäre stolpert, der lese ebenda mal nach.
  • Meldung des CCC.
  • Immer wieder einer der ersten: Fefe in seinem wunderbaren blog, das eher den Namen Katastrophenticker verdienen würde, wenn er es einem nicht zugleich mit seinem trockenen Humor leichter machte. Allerdings, wie er selber treffend feststellt bleibt einem momentan das alles eher im Halse stecken. Lachen kann ich trotz sehr unfreiwilliger Extremkomik der beteiligten und hochbezahlten Politiker und Staatsdiener nicht mehr.

Presserundblick zum Weiterlesen (nur als eine erste, bequeme Übersicht; eigentlich stolpert man ja derzeit im Web von selber drüber):

Und, und, und…

Die Zeit meldet gerade: Der Justizminister ist auf Distanz zu den Ermittlungen des Generalbundesanwalts gegen Journalisten gegangen. Auch das Kanzleramt nennt das Vorgehen problematisch.

Wow. Sollte sich der Fukushima-Effekt so schnell einstellen? (Man denke an Merkel, die irgendwann tönte, wenn sie Kernenergie als zu gefährlich einschätzen würde, würde sie längst deren Rückbau betreiben – kurz darauf krachte es in Fukushima.)

Update:

Zu befürchten steht, dass Herr Maas nur mal wieder das macht, was er am besten kann: Umkippen.

Übrigens hier ein tolles Licht auf die andere Seite der Regierung beim Deutschlandfunk, dessen geheimdienstverstrickten “Experten” von heute morgen Herr Niggemeier bereits in gewohnter Gründlichkeit auseinandergenommen hat.

31. Juli 2015, 17:05

11.
Juli
2015

Demokratie, wohin?

Es gibt immer wieder Menschen, die tatsächlich Bewegung auszulösen vermögen. Julia Reda scheint mir eine von jenen zu sein.

Noch zögere ich beim Verwerfen des Parteiensystems, und noch mehr beim Verwerfen der sogenannten repräsentativen Demokratie – die ja bisher weder repräsentabel noch repräsentativ repräsentiert. Aber durch Menschen wie Julia Reda ließe ich mich gerne vertreten. Parteien dagegen sind ein Sammelbecken, sorry, für Arschkriecher. Anders wird man dort nicht nach oben kommen. Das gilt für die Etablierten wie auch für die wilden Neuen, die allenfalls in ihren Anfängen noch solch angenehme Zufallstreffer durchließen wie eben Julia Reda.

Andererseits, wie stellt man sicher, dass nur integre und integer bleibende Leute uns “repräsentieren”?

Vielleicht ist doch mehr Mut zur direkten Demokratie angebracht. Mehr Vertrauen in die Vernunft des sogenannten “einfachen” Bürgers, anstatt mit Lobby-Öl geschmierten Parteisoldaten unverdient Vertrauen zu schenken.

11. Juli 2015, 23:49

07.
Juli
2015

Déjà-vu

Via fefe via HotchPotch dank Georg Schramm (sehenswert!) mal wieder über Frank Schirrmachers Demokratie ist Ramsch gestolpert. Déjà-vu.

P.S. Auster and Austerity sound pretty much the same – but differ quite as much they can. The Auster got its name for the harsh and stable shell, whereas Austerity for harshness and cruelty of the hearts.

7. Juli 2015, 23:05

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