Leonardos Fahrrad? jörns notizen

19.
Oktober
2007

Nischendasein

Das also führ ich nun. Ein Nischendasein. Endlich ein Ende des ewgen Hin- und Her. Der Blick auf Apfelbaum und Haselbusch ist mir ins Herz gebrannt. Ich hör die Igel schnaufen, an Hasels Fuß im Laub, am Horizont darüber markiert ein einsam Licht jetzt Hochlands Rand, ich sehe es vor mir. Doch sitz ich nun in dieser Nische, die ersten drei Brett meiner Bücher über mir, und fühl mich wohl. Fühl mich gelandet. Ein Tausch, jedoch ein guter, obgleich doch “tauschen” eigentlich von mittelhochdeutsch “tiuschen”, also von “täuschen” kommt. Für mich stammt diese kleine Nische, bestückt mit meiner Mutter altem Schreibtisch, jetzt in besondrer Weise via altfranzösisch “nichier” von lateinisch “nidus” ab: die Nische ist mein Nest geworden. Und Du so nah bei mir. Musst nicht mehr lange warten.

19. Oktober 2007, 23:25