Leonardos Fahrrad? jörns notizen

20.
Dezember
2008

Bescherung

Da haben wir die Bescherung – es ist angerichtet! Der liebe, liebe Staat, so scheints, lenkt ein und teilt Geschenke aus; schließlich ist bald Weihnacht: Lassen wir die Hasardeure ungeschoren, scheren wir uns nicht um Ursache und Wirkung, nicht um die Kluft zwischen produzierender Wirtschaft und jener des Schmiermittels Geld, teilen wir kräftig aus, es ist Zeit, Zeit für die Bescherung.

Zu dumm, dass beim Souverän nicht viel von diesen Spenden landen wird, nicht bei den braven Ackermännern, nur bei denen vom Schlage jenes einen. Der eine Bad Bank vorschlägt, um Bilanzen zu hübsch freundlich scheinenden Potemkinschen Dörfern zu machen. Was sind das für Fachleute in den Spitzenpositionen? Sind das Leute vom Fach, oder sind es in Wahrheit nur noch Netzwerkspezialisten und Fassadenexperten? Und was ist das alles noch für ein Markt?

Wenn der Staat schon Geld ausschüttet in diesen Zeiten, sollte er dann nicht massiv unterbewertete Unternehmen kaufen, statt sie mit Geldspritzen für ihre Aktienhalter wieder attraktiver erscheinen zu lassen? Nicht dass ich Politikern zutraute, erfolgreich Unternehmen zu führen. Es wär doch nur für eine Weile, jetzt ein paar hübsch durchdacht verteilte feindliche Übernahmen, in spätestens ein, zwei Jahren den Kram wieder verkaufen. Hätte man gleich einen Job für die Heerscharen, die eigentlich die Bahn vertickern wollten. Denn die sollte wie jede öffentliche Infrastruktur auf Dauer besser uns gehören. Aber das ist ein anderes Thema.

20. Dezember 2008, 22:58