Leonardos Fahrrad? jörns notizen

11.
Januar
2010

Nachtgespenster

Kristallen still, geräuschlos liegt die Nacht — ich nicht. Der Kopf, er kann nicht bremsen, schleudert durch Gedankenwolken, wird die Gespenster nicht mehr los. Wild wirbeln Freuden, Ärger, Trauer, Mut und Übermut und offne Fragen, ein wirres Netz aus Lösungswegen liegt Spuren gleich im Schnee, irrlichternd geistern lockend die Ideen dort im Dunkel, an Schlaf ist nicht zu denken.

Schäfchenzählen funktioniert nicht; die Herde lässt sich schätzen, zu leicht, das Hirn spinnt weiter tausend Fäden. Ich rette mich ins Wörterwandeln: Je ein Buchstabe weggelassen, getauscht, hinzugefügt, von heut ins Morgen. Heute, Leute, Laute, Laut und Maut, Mast (ach Mist, das geht zu schnell), Most (Sackgasse? — zurück!), Mast, Hast, hart, Hort, horte Worte, warte, wate Wade, Made (müde?), Mode, Morde — morden morgen mich die grauen Zellen? Noch nach wach mach mich, ich, ach, Acht, echt, Echo, Eco, Eck, Ecke, Hecke, Hacke, Hacken, Haken, Hasen (okay, das Ziel ist der Igel), Rasen, rasten, rosten, Roste, Rost, rot, Brot, brat, Rat, Rate, raten, Braten, Briten, Riten, reiten, leiten, leisten, Leiste, leise, (Wein-)Lese, lesen, Wesen, Wesel, Esel, Egel, Igel. Endlich müde.

11. Januar 2010, 23:55