Leonardos Fahrrad? jörns notizen

10.
März
2010

Verfasst, vertan, verfasst, vertan...

Beinah jährlich hat nun der Bundestag Gesetze in den Sand gesetzt und die Verfassungsrichter tätig werden lassen. Den Verfassungsrichtern gönn ich ihr Salär, gern auch in moderner Währung, dem Berliner Lobbyistenverein dagegen muss endlich die Suppe versalzen werden. Wenn ich darauf schaue, wieviele konkrete Warnungen es bereits in der Entwurfsphase solcher Gesetze gibt, dann kann ich nur zwei mögliche Gründe für das Zustandekommen solcher Papierruinen erkennen: Uferlose Dummheit der beteiligten Beamten und Politiker oder tiefe wirtschaftliche Verstrickungen, mafiöser Filz. An uferlose Dummheit mag ich nicht glauben. Die Alternative finde ich aber ebenfalls erschreckend. Wahrhaft ein Dilemma.

Und ich fühle mich an das Tankstellenproblem erinnert, niemand kann ihnen bisher Preisabsprachen nachweisen, kaum wer kann die Abzocke vor Feiertagen und zu Beginn der Urlaubszeit akzeptabel finden – aber wie soll man sich dagegen wehren? Mehr oder minder sind sie doch alle gleich? Und ganz ohne geht auch nicht. Alle in einen großen Lostopf, wer gezogen wird, wird ein Quartal lang gemieden? Schwierig zu organisieren, zumal Boykott-Aufrufe bei uns eine gute Angriffsfläche für Abmahnungen bieten dürften. Und: Kann das die Lösung sein, Angst zu verbreiten?

Also aufklären, Hintergründe greifbar werden lassen, möge steter Tropfen zu einem Fluss geraten. Das Internet stellt neue Fragen, soweit sind unsere Politiker ja schon, die das Problem bereits verschnarchten, als es die ersten spartanischen Mailboxen gab. Und nun daran verzweifeln, dass nix mehr in die verstaubten Kästen passt. Schwarz und Weiß sind Vergangenheit, die Grenzen verschwimmen. Alles redet von Globalisierung, das Internet hat neben den Verlagen auch den Stammtisch globalisiert. Das schreit nach wirklich neuer Wegsuche, nach Aufbruch.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich zu informieren, einige meiner Favoriten:

Bin selber auf der Suche und will darum versuchen, hier regelmäßig das eine oder andre Thema zu beleuchten. Als private Magengeschwürverhinderungsaktion. Bevor ich zu resignieren beginne.

10. März 2010, 07:25