Leonardos Fahrrad? jörns notizen

07.
Juni
2010

Knäuel

Bevor mir das Thema Sprache-Denken zu einem unentwirrbaren Knäuel geworden ist, sei wenigstens eines der Fadenenden hier verzurrt: Lera Boroditsky, How does our language shape the way we think? (in diesem Jahr auch im deutschen Blätterwald vertreten und so, etwas verkürzt, in deutscher Sprache zu finden: Wie prägt die Sprache unser Denken?).

Sie fragt ihre Studenten gern, auf welche ihrer kognitiven Fähigkeiten sie am ehesten verzichten könnten, wenn sie es denn müssten – das Sehen, auch Hören stehen in deren Antworten vornan. An die Fähigkeit zur Kommunikation denkt man vielleicht nicht zuerst. Aber, so katastrophal und schmerzlich sich der Verlust eines unserer Sinne auf unser alltägliches Leben auswirken würde, was wären wir ohne unsere Möglichkeit, Empfundnes und Gedachtes in einer Sprache zu kommunizieren!

Dass unsre Sprache einen erheblichen Einfluss hat auf unser Denken (wie weit auch immer wir diesen Begriff fassen mögen), steht für mich fest, intuitiv und aus alltäglichem Beobachten. Aber unter Linguisten und Philosophen ist das ein weites (Schlacht-)Feld, weshalb mich dieses Thema erst recht interessiert, natürlich.

7. Juni 2010, 07:27