Leonardos Fahrrad? jörns notizen

25.
Juli
2011

Wider die politische Brille...

Es ist schon eine Weile her, da hörte ich wen in der TV-Abteilung zwischen all den Flachbildschirmen mit ihren noch flacheren Inhalten (dafür aber manche in 3D), nach einer dritten 3D-Polarisationsbrille fragen, aber das Wort war falsch verdrahtet. Politische Brillen hatten sie nicht.

Jener Typ Brille ist mir wieder eingefallen, als ich gestern diese Sätze las:

Ein Dichter kann nicht dichten, wenn er nicht liebt. Ein Politiker kann vermutlich auch ohne Liebe Politik machen, aber es ist dann wahrscheinlich schlechte Politik.

Und, nach der Lektüre des Doktor Faustus von Thomas Mann… Danach hatte ich das Gefühl: Wenn ich nicht politisch tätig werde, sondern die Entwicklung nur intellektuell begleite und für mich kommentiere, dann gerate ich vielleicht auch in einen abgrundtiefen, zerstörerischen Zynismus.

Sagt Sara Wagenknecht. Man kann von Menschen halten, was man will – aber zuweilen sollte man die politische Brille weit weglegen und offen sein für den Gedanken, dass Parteien und politische Ausrichtungen nicht notwendig ein geeignetes Kriterium für Wertschätzung sind.

25. Juli 2011, 07:53