Leonardos Fahrrad? jörns notizen

16.
Juni
2014

Kraut und Rüben...

Puh, sie haben es geschafft, auch ohne mich und Dich und tausende andere: die Krautreporter. Rabenschwarz hätte ich mich geärgert, wäre die Finanzierung knapp gescheitert.

Noch sind sie in meinen Augen “Rüben”. Ein paar dieser Köpfe kennt man ja, zuallermindest den Niggemeier, aber viele andre “Rüben” stecken für mich ungeborgen noch im Erdreich, sind irgendwo verwurzelt, doch ich weiß nicht, wie sie schreiben, wie sehr ich ihren Journalismus mögen werde.

Die Crowd, obgleich mit “Krauts” assoziiert, hat finanziert. Das ist ein Hoffnungsschimmer. Kein GEZwungener Beitrag für freien Journalismus, sondern ins Kraut geschossene Sehnsucht und Hoffnung.

Es gibt auch andere hoffnungsvolle Ansätze, netzpolitik.org und DIE ZEIT, auch die TAZ gehören für mich dazu. Das neue Konzept lautet, mal mehr, mal minder: es gibt Leser, die diesen journalistischen Quell sprudeln sehen möchten, und die darum zu geben bereit sind, damit jeder daraus trinken kann. Das ist zuerst Wunsch und Statement, Altruismus nur sekundär.

Stefan Niggemeier schreibt dazu treffend: Wenn man kein Geld gibt, riskiert man, dass es das Projekt gar nicht gibt. Zugegeben, das ist eine Ebene abstrakter als die normale Pay-Logik: „Wenn ich nicht bezahle, kann ich das nicht nutzen.“ Aber man muss nicht einmal besonders altruistisch denken, um einen Nutzen im Bezahlen zu sehen. Man gönnt sich die Existenz einer journalistischen Alternative.

Ähnlich habe ich schon mal im Meckerblog der ZEIT argumentiert, das es leider nur noch in Webarchiven gibt: Und so träume ich vom Abonnenten als dem Sponsor eines Angebots. Ich zahle für ein Angebot, das ich sehr mag, und viele können es lesen. Ein andrer sponsert dann vielleicht die TAZ oder meinetwegen auch den Spiegel. Vielleicht ist das pure Utopie, aber darüber sollte man nicht vorschnell sein Urteil fällen. Ich jedenfalls wäre dabei.” Das war im Oktober 2006.

Und auch mit meiner damaligen Äußerung Wovon ich wahrhaft träume, ist eine gänzlich online verfügbare ZEIT – und dies nicht nur für Abonnenten, sondern frei. Zum Beispiel, weil man so in Diskussionen anderswo im Netz die ZEIT häufiger verlinken könnte. Wenn ich andernorts meinen Senf zu einem Thema gebe, dann schreib ich auch, was mich dazu verführte oder mir ein Stückchen Hintergrund geliefert hat. fühl ich mich ganz bei Niggemeier: Was das Netz ausmacht und zusammenhält, ist der Link; die Möglichkeit, auf einen Inhalt zu verweisen und den Leser mit einem Klick dorthin zu führen.

Manchmal werden Träume wahr…

16. Juni 2014, 20:57