Leonardos Fahrrad? jörns notizen

20.
September
2006

Pünktlich zu spät.

Und während, daunenbewehrt, wohlige Wärme noch Trutz ist gegen die kriechende Kühle des Morgens, sägt sich der Wecker, dieser Auswurf moderner Zivilisation, mit schrägem Ton durch Herz und Hirn, bis alle Haare strammstehn auf den Hügeln meiner Gänsehaut, mich fröstelt. An andren Tagen weckt mich meine innre Uhr Sekunden vor dem ersten Weckerschrei. Nicht heute, sie wird ihre Gründe haben. Es ist ein Fehler, dass ich auf diesen Wecker höre, ich weiß es. Und doch stehe ich auf. Das nenne ich erbärmliche Anpassung. Anstatt die Zeit mit Sinn zu füllen, schneid ich sie in kleine Stücke und haste den Minuten hinterher. In solchen Augenblicken geh ich dann unvermittelt auf die Klötzer und halte trotzig inne. Und komm zu spät. Schon wieder.

20. September 2006, 08:42