Leonardos Fahrrad? jörns notizen

10.
Oktober
2006

Opernregie(rung)

Zum Reizthema Opernregie und Reiz der Provokation aus einem leider wieder mal nicht frei und online verfügbaren Beitrag in der ZEIT, siehe Inhalt 2006/41, von Johanna Dombois und Richard Klein, sie diagnostizieren: Das “Revolutionäre” selbst ist konservativ geworden, durch kraftlose Wiederholung der Protestgebärde abgespielt und vielerorts auf das Niveau heruntergekommen, das man den “Konservativen” glaubt vorwerfen zu müssen. und beklagen mit Blick aufs Publikum: Man sehnt sich nach einer andren Welt, die jedoch die, in der man lebt, in Frieden lässt.

Es tut mir gut, solches in einem Text zu lesen. Nichts ist nur schwarz und weiß; dazwischen liegen statt grauem Grauen graue Töne, und drumherum als Raum die Farben. Jas und Neins, die ganze Boolsche Logik, sie versagen und sind zugleich wahr für jedes kleine Paradox. Ich wünschte mir, wir lernten wieder mehr mit Widersprüchen leben. Dann merkten wir viel öfter, dass es in Wahrheit keine sind.

10. Oktober 2006, 19:28