Leonardos Fahrrad? jörns notizen

06.
November
2006

Deich und Teich

haben etymologisch gemeinsam eine Wurzel, was dem Sächsischen durchaus entgegenkommt. Entfernt von ‘stechen’, ‘stecken’ stammend trennten sich die Worte erst allmählich in den Deich und in das Loch, aus dem der Aushub für den Deich gekommen… daher bleibt ein Teich immer eine flache Angelegenheit und etwas Künstliches. Und wenn er nicht dem Selbstzweck dient, um einfach nur schön dazuliegen, ein Stückchen Landes nehmend und so Landschaft schaffend, ist es vielleicht ein Fischteich. Dann kann man ihn auch Weiher nennen. Den brachten uns die Römer – das ‘vivarium’, natürlich von ‘vivere’ – ‘leben’. Gefällt mir übrigens viel besser als das im 19. Jahrhundert erkünstelte ‘Aquarium’, in dem das Leben nur Kulisse ist. Wie ich gerade darauf komme? Bin mitten in der Textarbeit für einen Weihnachtsliederabend, und Weiher steht im Herkunftswörterbuch direkt über Weihnacht. Wenn ich nicht immerzu und sowieso vom Hundertsten ins Tausendste gelangte, dann müsst ich meinen, ich sei für Weihnacht noch nicht reif. Was wohl verständlich wäre, jetzt, am Anfang des November…

6. November 2006, 09:01