Leonardos Fahrrad? jörns notizen

22.
März
2007

Die erste Nacht

Unablässig schimpft ein Häher in den Wipfeln. Wie Hohngelächter klingt das Warnen dieses eitlen Spähers ihr, als sie die letzte Kehre nimmt und endlich, endlich sieht, wonach sie sich gesehnt, das Meer. Eben noch verfangen in Atemlosigkeit der letzten Wochen und sich belächelnd, ist augenblicks sie angekommen. Das Meer liegt aufgewühlt, brechende Wellen bis zum Horizont, doch sein Rhythmus fließt wie der Atem der Nacht, den Wellenkämmen zum Trotz liegt es in großer Ruhe. Zugleich ergriffen von schwerelosem Schweben und großer Schwere sinkt sie nieder, liegt mit ausgestreckten Armen, und ihre Hände greifen, graben, und sie finden Halt in nur zwei Handvoll Sand… Schritte. Sie hört die Schritte nahen. Es ist zappenduster, und jetzt fröstelt sie. Weiß nicht, wie lange sie gelegen hat. Es ist zappenduster, und doch ahnt sie nun einen großen Schatten über sich.

(…)

22. März 2007, 08:31