Leonardos Fahrrad? jörns notizen

06.
September
2007

Herbstlicht,

kristallen klarer Abend, überirdisch schöne Farben, Wolkenbilder aus der Kitschfabrik, ich radle zwischen alten Bäumen, an verträumtem Teich vorbei, folge jenem schmalen Wiesenpfad, und fühle, wie dieser Bildertraum sich greifen lässt, grübele ob des Absurden, dass mir gerade der Moment gewordne Übertraum aus Licht und Farben das Gefühl zu Leben schenkt, mich Wirklichkeit empfinden lässt. Was ist schon wirklich, was ist wahr? Allen Definitionsversuchen steht die Wortgeschichte gegenüber: vom (Flecht-)Werk her das Wirken, das Suffix -lich als Überbleibsel eines alten Wortes für Gestalt, wirklich also das Geschaffene? Und wahr ist, was uns wohlgesinnt, ist das Vertrauenswerte, Glauben, russisch vera. Von Gorz klingt noch ein Wort im Ohr, dass allem Geist zum Trotz am Ende dieses zähle: das Fühlen.

6. September 2007, 09:26