Leonardos Fahrrad? jörns notizen

Nicht ganz dicht; immer versucht, Verse zu suchen. Nie ganz dicht, was dabei entsteht… »

14.
August
2010

Regensonne

Als hinter düstrem Morgenhimmel Sonne ich verloren wähne, erscheint als Sonnenkind sie neu, wenngleich mit einer Träne.

Regensonne

14. August 2010, 21:10

02.
Juli
2010

Wortlos

Wortlos bloß, bar jeder Rede – im Augenblick versanden unverstanden wir, gedenken nicht und danken nicht, denken das selbe Nichts, das lähmende Ein-jeder-seins. Die Sonne kümmerts nicht; ists doch nur unsre Zeit, die da verrinnt.

2. Juli 2010, 07:19

06.
Juni
2010

Nah

Bist nahe mir und manchmal doch so fern
Gehn manchmal wir auf so verschiednen Wegen
Als würden nie wir selbe Träume hegen
Als lebten wir auf ganz verschiednem Stern

Wenn wir einander sternenferne wärn
Nicht wüssten um die Zweisamkeit im Regen
Seit dem wir füreinander Liebe hegen
So hätte ich das Morgen nicht mehr gern

Drum nahe ich Dir neu an allen Tagen
Seit ich zum ersten Mal Dich wirklich sah
Und lasse mich von meiner Liebe tragen

Und bin ich gerne immer für Dich da
Und will ich darum Dir auf Neue sagen
Bleib Du, Geliebte, mir für immer nah

6. Juni 2010, 00:31

19.
Januar
2010

du mich

von heut auf morgen alltagssorgen nichtig
bist plötzlich nur noch du mir wichtig
lässt du, im gehen, relationen spüren
die mich auf alte pfade führen

was ist so wichtig wie das nackte leben
das uns auf unsren weg gegeben
so voll an ungeträumten seifenblasen
wir landen alle unterm rasen

es ist, tagtäglich unsern traum zu weben
statt angst vor grenzen auszuleben
es ist, tagtäglich neu uns treu zu bleiben
statt nur im alltagssog zu treiben

das leben ist zu kurz zum streben
es gilt, lebendig wahr zu leben

19. Januar 2010, 08:32

25.
April
2009

Augenblicks Moment

Bin kurz hinausgetreten, und auf der Schwelle schon umfängt mich süß ein Hauch von Apfelblüte. Die Dämmrung naht, nur noch die Amselherren auf den Giebeln singen sich ihr Lied auf diesen Tag, der Rest der Welt hält inne. Fast Morgengrauen spiegelnd, wie wenn nach dem Geschrei ums erste Licht die Vögel plötzlich stille werden, bis Sonne sichtbar wiederkehrt. Die milde Wärme dieses Tages ist noch nicht verflogen, und auch die letzten Hummeln fliegen noch, mal hie, mal da hebt eine überm Blütenmeer sich mir vom Abendhimmel ab. Taumelnd suchen sie zu raffen, die Nacht greift schon nach ihnen, doch wie sich lösen, wenn rings noch abertausend Blüten locken… Dies Bild geht mir nicht aus dem Kopf; seh selber mich getrieben vom Blick auf tausend Möglichkeiten, verlockt von Augenblicks Moment.

25. April 2009, 21:30

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