Leonardos Fahrrad? jörns notizen

Besen, Besen, seids gewesen! Weicht, ihr Programme aus der Feder weicher Birnen! Software ist nicht mehr wegzudenken. Aber dass ihr Entstehen darüberhinausgehend von Denken begleitet wird, ist zu oft nicht erkennbar… »

02.
März
2015

What do they do?

Had a hard discussion today on what to expect from a compiler’s optimization behaviour. And actually it’s all but easy to find clear information on what the compiler will do in which case. What “optimization hint” will be counterproductive, which not. On the desirable way of compilers to a level where they are able to interprete programs good enough to compile them into the optimal machine code, on that way are stumble stones spread out, so countless…

That reminds me on what lets me fear some possible future: too many people believe in technology results. For instance the feeling, that a pocket calculator had a better understanding of sum with fractions than it’s users. No. You’re wrong, all this is just some algorithm, no understanding. It’s no intelligence. At least not yet. And so, I want to call out to all of you, please, safe our future by keep thinking yourself.

2. März 2015, 20:41

19.
Juni
2014

Steppenkassandra

In meiner frühen Jugend hab ich mich mal durch Christa Wolfs “Kassandra” gequält. Ich war noch nicht reif. Etwas später erging es mir nicht anders mit dem “Steppenwolf”. Warum Kassandra überhaupt ein Thema ist, begreife ich erst seit einigen Jahren. Irgendwann verflog bei mir die jugendliche Euphorie der Runden Tische; der Mensch scheint zum Lemming geboren. Und die Leitlemminge, die Protagonisten in Politik und Wirtschaft (wenn man denn diese beiden Bereiche überhaupt noch trennen kann), sind entweder strohdumm – oder korrupt. Leider halte ich Dummheit in diesen Kreisen für weniger verbreitet, als es mir alltägliches Erleben suggeriert.

Da werden Waffen und Munition en masse mitten in die Krisenherde dieser Welt geliefert, Öl ins Feuer für den Profit. Da bekommen Konzerne wie Monsanto freie Hand, selbst aus den Ärmsten mörderische Renditen herauszuquetschen, mit all ihren Patenten auf Mutter Natur. Überhaupt, Patente, seit Jahren wird von großen Konzernen, Patenttrollen und einer gewissenlos-gierigen Juristen-Armada das gute, alte Patentrecht pervertiert. Und niemand setzt sich an einen Runden Tisch, um dieses System neu zu bedenken und zu reformieren. Die Welt wird vollgepumpt mit Plastikresten, Elektronikschrott, mit Medikamenten und Nanopartikeln, und keinerlei wirkmächtige Diskussion setzt ein. Kein wissenschaftlich fundiertes Nachdenken über mögliche Folgen hat bislang irgendeine grundlegende Änderung bewirkt. Fukushima musste uns erst um die Ohren fliegen, um zumindest kosmetische Kursänderungen zu bewirken. Das Urheberrecht ist zu etwas mutiert, das mit dem eigentlichen Anliegen wenig zu tun hat. Die GEMA ist eher ein Popsülz-Booster und eine Verhinderungsanstalt für das Aufführen wirklich neuer Musik geworden, als dass sie noch eine Vertretung von Musikern wäre. Über die GEZ finanzieren wir alle unser Anästhetikum “Brot und Spiele”, nicht unwesentlich der tumbesten Sorte, anstatt die verfassungsrechtlich festgeschriebene freie Information und den kulturellen Erhalt. Dummschwätzer des Marketings erfinden beinahe täglich neue Schwachsinnsbegriffe, wie “Framework” oder “Cloud”, und wenn ihnen nix mehr einfällt, numerieren sie längst Vorhandenes durch: Web 2.0, Web 4.0, … aber sichere, wirklich funktionierende Systeme sind rar. Schrill und bunt vor gediegen und durchdacht. Naja, Analyse scheint ein Buch mit sieben Siegeln geworden, den meisten kommt dieses Wort wohl eh unanständig vor. Und für den Fall, dass das Verstehen doch noch einmal aufflammt, haben sich unsere Leitlemminge gut abgesichert: die Geheimdienste werden es richten – beziehungsweise uns.

Wie könnte man über alledem nicht zum Zyniker werden und resignieren? Irgendwie hat der Steppenwolf Haller seinen Weltschmerz besiegt… ich muss mal wieder nachlesen.

19. Juni 2014, 08:31

22.
Januar
2013

Design-Stöpsel

Auch “Hartware”-Designer stehen allzu gerne auf der Leitung.

Für den MP3-Player gibt es die tollsten Ohrstöpsel – deren einige sogar prima in den Gehörgang passen.

Ein netter Abendspaziergang, die Gedanken werden frei und freier, schließlich auch der Kopf. Vielleicht jetzt ein bisschen Musik in den Ohren, ja, das wäre perfekt. Der MP3-Player ist zur Hand, die Ohrstöpsel sind es auch, nun nur noch den rechten Ohrstöpsel ins rechte, den linken ins linke Ohr… hmm, die Ohren sollten sich finden lassen, aber welcher Stöpsel ist der rechte?

Im Normalfall gleichen sich die Ohrstöpsel für Rechts und Links wie ein Ei dem anderen, von zwei winzigen Buchstaben R und L abgesehen, die jedem Lesebrillenträger die Tränen in die Augen treiben. Mit etwas Glück hilft das funzelige Display-Licht des MP3-Players weiter. Oder es ist nicht das erste Mal, und man hat schon einen Knoten im rechten Kabel, der sich ertasten lässt.

Fast jede Computer-Tastatur hat kleine Markierungen bei F und J, damit man diese Tasten nicht mit den Augen suchen muss. Warum geht das nicht auch bei den Ohrstöpseln? Die müssten nichtmal verschieden sein, ein winziger Knubbel direkt beim Übergang zum Kabel würde schon genügen. Aber darauf werden wir noch lange warten…

22. Januar 2013, 18:50

21.
Januar
2013

Design?

Über die Jahre bin ich müde geworden. Die alltäglichen Design-Katastrophen nehme ich beinahe mit Gleichmut hin. Analyse? Perfektionismus gar? Die Nadel im Heuhaufen ist leichter zu finden. Unkraut vergeht nicht, und die unbegreiflichsten Design-Fehler sind am beständigsten.

Man starte ein Programm, von dem man weiß, dass es eine Weile brauchen wird, ehe es verwendbar ist. Man darf sich sicher sein, dass beinahe alle Programmierer dieser Welt davon ausgehen, dass man nun nichts anderes mehr vorhat, als ihrem Programm beim Starten zuzusehen.

Wenn man stattdessen – natürlich aus purer Ignoranz – ein anderes Programm verwendet, um die Wartezeit beispielsweise mit ein paar Notizen auszufüllen… kracht einem das Fenster des zuvor gestarteten Programmes unter Garantie im hässlichsten Moment dazwischen.

Weder Windows noch einer der vielen Linux-Fenster-“Manager” scheren sich darum, in welcher Reihenfolge sich öffnende Programmfenster angezeigt werden sollten. Und das Ego der meisten Programmierer kennt ohnehin keine Gnade; ein sich gerade öffnendes Programmfenster gehört ganz nach oben, natürlich.

21. Januar 2013, 20:33

14.
März
2012

Kunst der Beschränkung

Bin vor Tagen über Professor Moriarty gestolpert, respektive über eine Meldung zu seinem Perlenspiel, und nachdem die Assoziationsgewitter in Richtung Sherlock Holmes und Hermann Hesses Glasperlenspiel sich verzogen hatten und einige der aus jenem Projekt geborenen Spielideen ausprobiert waren, mit durchwachsenem Befund, blieb dieses an- und zumutende Orson-Welles-Zitat hängen:

“Der Feind der Kunst ist die Abwesenheit von Beschränkungen.”

Und ich beginne zu graben, wo und wann, in welchem Kontext Welles diesen Satz geäußert hat. Dass Beschränkung eine Kunst ist und der Kunst Beschränkung zumindest zuträglich, ist kein bahnbrechend neuer Gedanke. Aber das Zitat stammt von dem Menschen, der mit einem Hörspiel nach H.G. Wells’ Krieg der Welten jene legendäre Massenpanik auslöste, die wahrscheinlich nur Legende war, von ihm selbst forciert…

Und bevor ich weiter darüber grübele, warum Zitate mir überhaupt etwas bedeuten und ob von ihnen eine erklärbare Faszination ausgeht, oder ob sie als bloße Legitimationskrücken eigener Gedanken missbraucht werden, suche ich dieses Zitat eigenhändig aus seinem Zusammenhang zu reißen (gibt es dazu nicht auch ein geläufiges Zitat?) und suche nach der Quelle. Immerhin ist sie vage auszumachen, Dank Google Books und einem Verlag, der begriffen hat, dass man Bücher am besten verkauft, wenn man probelesen lässt, in Jason E. Squires The movie business book findet man auf Seite 54: Orson Welles once said to me at lunch, “The enemy of art is the absence of limitations.” Wow. Was für ein langes Leben so ein Mittagessen-Ausspruch entwickeln kann…

Da die Kunst der Beschränkung nicht eben zu meinen Fertigkeiten zählt, breche ich hier wenigstens ab, anstatt endlich über das Thema zu reflektieren, das mich an dieser ganzen Sache am meisten interessiert: Wie vielfältig Kunst und Beschränkung miteinander verwoben sind.

14. März 2012, 21:27

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